Zufriedenheit

Dieser kleine „Gedankenspaziergang“ möge all diejenigen erreichen und mit Zuversicht stärken, die immer wieder auf eine Unzufriedenheitsspur geraten. Oft stehen wir uns einfach selbst im Wege und blockieren uns im Wohlfühlen. Dann ist es gut innezuhalten, den Lebensrucksack umzuschnallen und eine kleine Wanderung zu unternehmen. Sich wieder erden, sortieren, den Blick fürs Wesentliche schärfen, um frei und leicht weitergehen zu können. Sie können wählen zwischen der Textform oder Sie lassen sich einfach von mir vorlesen. Vielen Dank fürs Lesen oder Zuhören! Möge es Ihre Zufriedenheitsspur wieder stärken!

Zufriedenheit

Das Leben ist so bunt.

Das Leben ist so vielfältig.

Kaum ist etwas vergangen, kommt schon wieder das nächste, ohne dass ich das Alte hab richtig einsickern, einwirken lassen konnte.

Die Geschwindigkeit ist mir zu hoch.

Manchmal habe ich das Gefühl, das Leben rast so dahin und ich finde keine Zeit, um mich in Ruhe zu orientieren, wohin ich eigentlich will. Finde keine Zeit, Bilanz zu ziehen, zu überprüfen, was ist gut und was läuft schlecht, was möchte ich behalten, von welchen Dingen möchte ich lieber Abstand nehmen, wo brauche ich Veränderung, wo Beständigkeit?

Und immer wieder dann fühle ich mich getrieben, unruhig, ja, latent unzufrieden!

Und wenn ich ehrlich bin, ist dieser Zustand fast schon normal.

Und wenn ich dann mehr darüber nachdenke, finde ich so viele Themen, Lebensbereiche, Gedanken. Überall lauert die Unzufriedenheit.

Und so stelle ich mir die Frage:

Wann bin ich endlich zufrieden?

Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass der Sinn des Lebens nicht darin liegt, diesen einen endgültigen Zustand zu erreichen, in dem alles OK ist und ich dann sagen kann: Ja, jetzt bin ich zufrieden!

Erst muss ich noch dies und das erledigen, ja erst dann, ist es gut. Wenn das und das erreicht ist, dann bin ich zufrieden!

Pustekuchen!

Was mir persönlich geholfen hat, ist die ernüchternde Erkenntnis, dass dieses Nachtrachten nach dem perfekten Zustand eine Illusion ist. Dass dies nicht unser Weg ist auf dieser Erde, um glücklich zu sein. Damit verbunden stellte sich schon mal eine große Erleichterung ein.

Mein Partner und ich müssen manchmal darüber lachen, dass wir immer wieder darauf reinfallen einen endgültigen Zufriedenheitsstatus erreichen zu wollen. Dann trösten wir uns gegenseitig mit den Worten: Immer ist irgendwas!

Und genau das ist der Schlüssel. Zu akzeptieren, dass das Leben voll ist und kaum hast Du eine Sache auf Deiner to do- Liste gestrichen, kommen bereits wieder die beiden nächsten Aufgaben auf Dich zu.

Also ein Hilfsmittel meiner Wahl, um zufriedener zu werden, ist der Humor!

Ich erwähnte bereits die hohe Geschwindigkeit, mit der das Leben an uns vorbeirauscht. Meiner Meinung nach liegt hier ein weiterer Schlüssel, um zu mehr Zufriedenheit zu gelangen. Nimm das Tempo raus und lass Langsamkeit in Dein Leben einrieseln. Packe Deinen Tagesplan nicht zu voll, um die Dinge bewusst wahrnehmen zu können, lass Dir Zeit zum Nach- und Hinspüren.

Du musst nicht auf alles sofort reagieren, was Dir entgegentritt. Bevor Du ja sagst, überdenke erst einmal in Ruhe, ob Dir ein Nein nicht besser täte. Lass Platz für einen achtsamen Umgang mit Dir selbst, mit anderen, mit allem, was Dir begegnet. Nur wenn Du langsam bist, bekommst Du mit, was Dir der Augenblick gerade sagen möchte.

Die negativen Ereignisse landen sofort in unserem Bewusstsein. Aber registrierst Du auch bewußt all das Schöne und Positive um Dich herum? Nur wenn Du dir Zeit lässt und Deine Perspektive auf die guten Dinge lenkst, kann in Dir auch Dankbarkeit entstehen.

Dankbarkeit erdet uns. Bringt uns wieder in einen ausgewogenen Zustand. Ordnet dich in den Wertigkeiten. Die Sicht auf die Dinge darf sich ändern und die Worte Selbstverständlichkeit und Endlichkeit bekommen einen anderen Stellenwert.

Das Heute ist ein Geschenk.

Ändere Deinen Fokus und nimm einen Tag als Beobachtungszeitraum, um Aspekte zu finden, die Dich zufrieden gemacht haben, für die Du Dankbarkeit empfinden kannst.

Nimm Dir Zeit, deine Lebensstruktur zu überdenken. Wir befinden uns alle in ständigen Entwicklungs- und Reifungsprozessen. Manches, was einmal als eine gute Entscheidung empfunden worden ist, verliert seine Gültigkeit und führt zur Unzufriedenheit. Unzufriedenheit kann ein guter Motor sein, um in Aktion zu kommen. Es bedarf einer Anpassung an das, was jetzt eher Deinen Bedürfnissen entspricht.

Finde den Mut für Veränderungen. Um sich nicht zu überfordern, empfinde ich es als hilfreich, seine Ziele auf einer Zeitskala zu sortieren. Was kann ich zeitnah erreichen, um wieder Zufriedenheit einkehren zu lassen, was sind übergeordnete, in der Zukunft liegende Ziele? Die Kunst, sowohl das tägliche/alltägliche Glück im Visier zu behalten als auch in ferneren Dimension zu denken, ist eine beständige Herausforderung für jeden von uns.

Um diese Balance zu finden, ist es manchmal äußerst hilfreich, die Dinge ruhen und sich entwickeln zu lassen. Vergiss dabei den Balsam für Deine Seele nicht! Zu oft vergessen wir den unschätzbaren Wert, sich den Dingen zu widmen, die uns auftanken und Energie schenken. Sich erlauben, freie Zeit zu leben, sich mit Dingen zu beschäftigen und mit Menschen zu umgeben, die uns nähren. Ja, das sind die wahren heilsamen Momente.

Und so sehe ich meinen Weg zur Zufriedenheit darin, mich immer wieder darin zu üben, meinen Lebensrucksack zu füllen mit Humor, Langsamkeit, Dankbarkeit, Mut für Veränderung sowie einer großen Portion an Seelenbalsam.

Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen – gerne hier unten in den Kommentaren oder auch als E-Mail an mich persönlich.

Deine Annette Alexander

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